Kindergottesdienst am 15. Mai 2016

Passt das Himmelreich in eine Schachtel?

Wohl kaum und doch haben wir im Kindergottesdienst am Pfingstsonntag den Versuch unternommen eine persönlich angefertigte Himmelreichschachtel zu befüllen. Wir suchten nach Dingen, die uns an das Himmelreich erinnern und  gleichzeitig erklären, wie es ist und zeigen, welchen Teil dieses Reiches wir mit gestalten können.

Es gibt viele Stellen in der Bibel, in denen das Himmelreich Gottes beschrieben wird. Matthäus vergleicht es z.B. mit einem Senfkorn.

Wissen Sie wie winzig ein Senfkorn ist? Es fiel uns schwer, das verschwindend kleine Korn in der Hand zu halten, ohne, dass es zwischen den Fingern verschwand oder unbemerkt aus der Hand rollte.

Kaum vorstellbar, dass aus dieser Winzigkeit in nur einem Jahr eine bis zu drei Metern hohe Staude und später schließlich ein großer Baum wird, in dem Vögel ihre Nester bauen.

„Wenn das Himmelreich wie ein Senfkorn ist, müsste das Himmelreich ja auch schnell größer werden.“, überlegte ein Kind laut. „Das glaube ich nicht“, entfuhr es sofort einem anderen. „Es gehen doch nur wenige Menschen in die Kirche.“

An verschiedenen Stationen erfuhren wir, was einem Himmelreich gleicht Dabei entbrannte an der Station „Das Himmelreich gleicht einem Fischernetz“ sehr schnell eine Diskussion über böse Menschen. „Gibt Gott denen eine Chance?“ „Dürfen die auch ins Himmelreich?“ Nachdem zunächst unsere irdische Rechtsprechung herangezogen wurde, um zu beurteilen, wie schlimm ein Verbrechen höchstens sein darf, um sich das Himmelreich nicht zu verspielen, nahm die Unterhaltung eine  andere Idee auf. „Was ist mit einem Polizisten, der im Einsatz einen Menschen getötet hat, weil er falsch gezielt hat und nicht das Bein, sondern das Herz getroffen hat?“ Was macht Gott mit so einem Menschen? Wissen Sie es?

Es gibt dazu wohl keine eindeutige Antwort – zumindest nicht für die Kinder. Aber im Laufe der weiteren Unterhaltung war spürbar, für wie groß, mächtig und gütig die Kinder Gott halten und sie waren sich darin einig, dass er eine gerechte Lösung finden wird. „Wir müssen da gar nichts machen oder entscheiden.“, war das Fazit.

Ich ging nachdenklich nach Hause. Mich begleitete der Gedanke, dass wir Menschen an manchen Stellen gar nichts machen müssen, so wie der Bauer, der nachdem er das Senfkorn gesät hat, Geduld haben musste – solange bis eines Tages ein winziges Grün sich durch die Erde seinen Weg bahnte. Und irgendwie ist das wohl auch so mit dem Reich Gottes: es ist winzig klein, aber doch vorhanden. Wir müssen ihm nur viel Raum geben, geduldig sein und immer wieder nach ihm Ausschau halten.

 

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